Dominik Peschke
Beratung, Coaching & Kommunikation

Am Computer schreibende Person mit dem Wort 'BLOG' als 'Tisch'

 

Herzlich Willkommen zu meinem Blog

 

In unregelmäßigen Abständen schreibe ich schwerpunktmäßig zu den Themen Stress, Burnout und Mobbing. Ich schreibe zu Sachthemen als auch zu persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen, sowohl in der Arbeit mit Menschen als auch gelegentlich meine ganz eigenen persönlichen Erlebnisse dazu. Ich lade Sie dazu ein neugierig zu sein als auch gerne einmal kritisch zu kommentieren und mitzudiskutieren. Und falls Sie einen Themenwunsch haben, dann schreiben Sie mir eine kurze E-Mail.

 

Burnout-Prozess nach Herbert Freudenberger und Hilfemöglichkeiten

 

Stufen

Herbert Freudenberger war amerikanischer Psychiater und hat in der Literatur erstmals das Burnout-Syndrom beschrieben als auch den Begriff „Burnout“ eingeführt. Es existieren noch eine Reihe weiterer Phasenmodelle eines Burnout-Verlaufs, die je nach Modell zwischen vier und zwölf Stufen unterscheiden. Wer sich hier tiefergehend informieren möchte, dem lege ich das Buch „Das Burnout-Syndrom“ von Prof. em. Matthias Burisch ans Herz.

Nachstehend wird der Verlauf des Burnouts nach den zwölf Stufen von Herbert Freudenberger beschrieben und anschließend anhand dessen entsprechende Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten.

 

 

Zu starker Optimismus – eine mögliche Burnout-Ursache

 

Im Rahmen der Burnout-Vorbeugung sollte ein Lerneffekt sein, dass man sich realistische und angemessene Ziele setzen kann. Zu starker Optimismus könnte eine negative Spirale in Gang setzen, wie es in einer Ausgabe der Zeitschrift Psychologie Heute lautet:

„Plakativ zugespitzt könnte man sagen das Optimisten Burnout gefährdet sind, wenn sie in Situationen geraten, in der sie objektiv überfordernd sind. Die rosarote Brille hindert sie daran ihre Grenzen rechtzeitig zu erkennen. Ein Optimist sagt sich vielleicht, das muss doch gehen, ich schaff das schon, wenn ich mich richtig anstrenge. Ich finde eine Lösung. Ein Pessimist zieht sich hingegen früher zurück und sagt das ist sowieso nicht zu schaffen. Der pessimistisch motivierte resignative Rückzug könne manchmal gesunder sein.“ [1]

 

45 Mobbing-Handlungen – Leymann Inventory of Psychological Terrorization (LIPT)

 

Nach Professor Heinz Leymann spricht man von Mobbing, wenn eine oder mehrere von 45 genau definierten Handlungen über ein halbes Jahr oder länger und mindestens einmal pro Woche vorkommen. Diese 45 Handlungen wurden in fünf Gruppen aufgeteilt:

 

Wie weit ist Burnout verbreitet? – Seltsame Statistiken!

 Grafik/Statistik im Aufbau

Für meine Veranstaltungen zum Thema Burnout möchte ich natürlich meinem Publikum auch verlässliche Zahlen zur Verbreitung von Burnout erhalten, jedoch bin ich bei meinen Recherchen auf sehr seltsame Zahlen und Erkenntnisse gestoßen.

Von einem absolut seriös arbeitenden Kollegen kenne ich die folgenden Zahlen: es wären bis zu 9 Millionen Personen bei 34 Millionen Erwerbstätigen von Burnout betroffen. Als Datenquelle gibt er eine Pressemitteilung der AOK aus dem Jahr an.

Dort wird jedoch im Originaltext der folgende Schluss gezogen:
Hochgerechnet auf mehr als 34 Millionen gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte in Deutschland bedeutet dies: „Knapp 100.000 Menschen mit insgesamt mehr als 1,8 Millionen Fehltagen wurden danach im Jahr 2010 wegen eines Burnouts krankgeschrieben“, so Schröder vom WIdO.

In einem anderen Fall leitet ein Coaching-Institut in Deutschland aus den Daten des Fehlzeitenreports der Techniker Krankenkasse sogar „bis zu 13 Millionen Burnout-Betroffene“ ab. (Ich nenne diese Quelle bewusst nicht, aber eine Suche bei Google mit den Suchworten „Burnout“ und „Verbreitung“ tun ihr übriges. In meinem Fall der Abruf am 04. Mai 2018.)

Bis hierher sind die Zahlen erschreckend, insbesondere damit wäre jeder dritte bis vierte Erwerbstätige von Burnout betroffen. Können diese Zahlen stimmen?

 

Das Elias-Syndrom

Burnout ist nichts neues. Eines der frühesten Schriftzeugnisse, welches das Burnout beschreibt ist in Bibel zu finden. Im Buch 1. Könige 19 findet sich die Geschichte des Propheten Elias. Deshalb spricht man gelegentlich beim Burnout auch vom Elias-Syndrom oder auch der Elias-Müdigkeit.
Die Geschichte soll hier im Folgenden nicht religiös ausgelegt, sondern aus Sicht der Entwicklung eines Burnout-Betroffenen und den greifenden Hilfemaßnahmen in die heutige Zeit gedeutet werden.

 

 

Referentenwein!

Weinflasche

 

Gestern referierte ich auf auf einer Personalversammlung zum Thema Burnout. Dabei erläuterte ich zum Schluss die Hilfemöglichkeiten aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei sollten Burnout-Betroffene möglichst keinen Alkohol, Tabletten oder sonstige Substanzen zur Vermeidung einer zusätzlichen Suchtproblematik konsumieren. Soweit möglich empfahl ich auch Kollegen, Angehörigen und Freunden Betroffene dabei zu unterstützen dieses schädliche Kompensationsverhalten zu vermeiden. Diesen Punkt scheine ich sehr leidenschaftlich vertreten zu haben.

 

Erste Hilfe für Burnout-Betroffene

 

Wenn Sie das  Gefühl haben von Burnout betroffen zu sein, so finden Sie hier ein paar erste Hilfe-Empfehlungen für sich:

 

Erste Hilfe

1. Nehmen Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch: Vertrauen Sie sich Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt für Psychiatrie an.

2. Gehen Sie regelmäßig an der frischen Luft spazieren. Bewegung tut sowohl Ihrer körperlichen als auch Ihrer psychischen Verfassung gut.

3. Geben Sie Ihrem Tag eine feste Struktur.

4. Essen Sie täglich regelmäßig und zu festen Zeiten. Wenigstens dreimal täglich und gesund (u. a. Obst).

5. Schlafen Sie ausreichend.

6. Verzichten Sie auf Alkohol und sonstige Drogen. Sie vermeiden damit ein schädliches Kompensationsverhalten und vermeiden zusätzlich mögliche Suchtproblematik.

7. Holen Sie sich Unterstützung in Ihrem persönlichen Umfeld! Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Freunden, denen Sie vertrauen. Suchen Sie soweit wie möglich regelmäßigen persönlichen Kontakt zu anderen.

Sollten Sie Gedanken an Selbsttötung haben, so sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Arzt Ihres Vertrauens.
Alternativ rufen Sie eine der nachstehenden Telefonnummern an. Sowohl in der Telefonseelsorge als auch beim Krisendienst Horizont können Sie auch anonym anrufen.

 

Telefonseelsorge (Überregional)

0800 / 111 0 111

0800 / 111 0 222

116 123 (keine Vorwahl)

www.telefonseelsorge.de

 

 

Krisendienst Horizont (Großraum Regensburg)

Telefon: 0941/58181

Hemauer Straße 8

93047 Regensburg

www.krisendienst-horizont.de

 

Bezirksklinikum Regensburg (Großraum Regensburg)

Telefon: 0941/941-0

Universitätsstraße 84

93053 Regensburg

 

www.medbo.de

 

Zentrale Aufname des Bezirksklinikums Regensburg

 

 

 

Wie verläuft Burnout?

 

Burnout ist ein schleichender Prozess, der über höchsten Arbeitseifer und Einsatz zu einer totalen psychischen und physischen Erschöpfung führen kann.
Es gibt verschiedene Modelle, die den Verlauf von Burnout beschreiben. Nachstehend finden Sie die Beschreibung nach Freudenberger.


Die 12 Burnout-Stufen nach Herbert Freudenberger

Stufen

 

Herbert Freudenberger war amerikanischer Psychiater und hat in der Literatur erstmals das Burnout-Syndrom beschrieben und auch den Begriff „Burnout“ eingeführt hat. Nachstehend wird der Verlauf des Burnouts-Prozesses nach den zwölf Stufen von Herbert Freudenberger beschrieben; zitiert nach Herbert Freudenberger & Gail North (Freiburg, 1992)

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Stufe

Beschreibung

Stufe 1:
Der Zwang sich zu beweisen

  • Besondere Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit
  • Erhöhte Erwartungen an sich selbst
  • Übersehen eigener Grenzen und Zurückstellen eigener Bedürfnisse

Stufe 2:
Verstärkter Einsatz

  • Besondere Bereitschaft zur Übernahme von neuen Aufgaben
  • Freiwillige Mehrarbeit und unbezahlte Überstunden, auch an freien Tagen, am Wochenende und in der Urlaubszeit
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit

Stufe 3:
Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

  • Chronische Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Mehrkonsum von Kaffee, Aufputschmitteln bzw. Zigaretten
  • Gelegentliche Schlafstörungen

Stufe 4:
Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

  • Fehlleistungen wie z.B.: Vergessen von Terminen, Nichterledigen von versprochenen Aufgaben, Ungenauigkeit, Energiemangel, Schwächegefühl
  • Aufgabe von Hobbys

Stufe 5:
Umdeutung von Werten

  • Abstumpfung und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Meiden privater Kontakte, die als belastend empfunden werden
  • Probleme mit dem Partner/der Partnerin, mit Zeichen des Beziehungs-Burn-outs

Stufe 6:
Verstärkte Verleugnung aufgetretener Probleme

  • Gefühl mangelnder Anerkennung, Desillusionierung
  • Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen, Arbeitszeiteinstellung, die als innere Kündigung bezeichnet werden kann
  • Vermehrte Fehlzeiten, verspäteter Arbeitsbeginn, vorverlegter Arbeitsschluss

Stufe 7:
Rückzug

  • Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühle, innere Lehre
  • Ersatzbefriedigung durch Essen, Alkohol, Drogen, Spielen, Sexualität
  • Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, Ungenauigkeit, Desorganisation, Entscheidungsunfähigkeit
  • Psychosomatische Reaktionen, Gewichtsveränderungen, Herzklopfen, Bluthochdruck

 

Stufe 8:
Deutliche Verhaltensänderung

  • Eigenbrötelei, Selbstmitleid, Einsamkeit, ärgerliche Reaktionen auf gut gemeinte Zuwendung
  • Verringerte Initiative – verringerte Produktivität: Dienst nach Vorschrift
  • Verflachung des sozialen Lebens: Gleichgültigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit und wenig persönliche Anteilnahme an anderen, Meidung beruflich-sozialer Kontakte

 

Stufe 9:
Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit

  • Entfremdung, Gefühl des Abgestorben-seins und innere Leere
  • automatenhaftes Funktionieren
  • Psychosomatische Reaktionen treten noch mehr in den Vordergrund

Stufe 10:
Innere Leere

  • Wechsel zwischen starken schmerzhaften Emotionen mit dem Gefühl des inneren Abgestorben-seins
  • Phobische Zustände, Panikattacken und Angst vor Menschen
  • Einsamkeit, negative Einstellung zum Leben
  • Fallweise exzessive sinnliche Befriedigung, z.B.: Kaufräusche, Fressattacken, exzessiver Sex ohne wirkliche Befriedigung

Stufe 11:
Depression und Erschöpfung

  • Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit
  • Erschöpfung, starker Wunsch nach Dauerschlaf
  • Existenzielle Verzweiflung, Selbstmordgedanken und -absichten

Stufe 12:
Völlige Burnout-Erschöpfung

  • Lebensgefährliche geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung
  • Angegriffenes Immunsystem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen
  • Suizidalität, Selbstmordgefahr

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