Symptome für Burnout

 

Im Verlauf von Burnout bauen die emotionale, soziale, intellektuelle und körperliche Leistungsfähigkeit ab. Bei Burnout treten viele der nachstehend beschriebenen Symptome (Anzeichen) auf.

Mit dem Fortschreiten des Burnout-Prozesses treten auch immer mehr Symptome auf.
Es müssen nicht alle Symptome auftreten, und z. T. können auch nicht alle Symptome auftreten, da je nach persönlicher Bewältigungsstrategie der Betroffenen Person, diese entweder eher drepessiver oder agressiver Art sein. 

Manche Symptome können jedoch nicht nur die Folgen von Burnout, sondern auch eine Beschleunigung des Burnouts verursachen. Zum Beispiel können unbewältigte Probleme und Konflikte Spannungen in der Muskulator und damit Kopf- und Rückenschmerzen verursachen und diese wieder senken die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

Nachstend finden Sie eine umfangreiche Auflistung für Burnout-Symptome (strukturiert nach Berndt, ergänzt aus Burisch).

 

Emotionale Anzeichen (inneres Erleben)

  • Verlust von Idealismus, Desillusionierung, Frustration
  • Verlust der Empathie, vermindertes Einfühlungsvermögen, Apathie, Gleichgültigkeit, mechanisches Funktonieren
  • verringerte emotionale Belastbarkeit
  • Hang zur Nörgelei, Ungeduld, Intoleranz
  • Dünnhäutigkeit, leichte Reizbarkeit, unkontrollierte Gefühlsausbrüche
  • aggressives Verhalten mit Schuldzuweisungen
  • starker Widerwille, täglich zur Arbeit zu gehen
  • Stereotypisierung von Klienten und/oder Kunden
  • latentes Misstrauen, paranoide Vorstellungen
  • Zynismus, Sarkasmus
  • Grundgefühl der Niedergeschlagenheit und Entmutigung
  • vermehrt depressive Reaktionen und Rückzug
  • Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Selbstverachtung und Selbstanklage
  • Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht
  • Selbstmitleid
  • unbestimmte Angst und Nervosität
  • Gefühl der Leere und existenziellen Verzweiflung
  • Gedanken an Flucht und an Suizid (Selbstmord)

 

Soziale Anzeichen (zwischenmenschliches Verhalten)

  • Empfinden sozialer Kontakte als Belastung
  • Unfähigkeit, sich auf Mitarbeiter, Kunden, Klienten, Schüler und/oder Patienten einzulassen oder zuzuhören
  • Überdruss, Unlust, Menschen zu begegen
  • Verschieben von Kunden- oder Klientenkontaten
  • häufigere Fehlzeiten am Arbeitsplatz (z. B. Krankschreibungen)
  • längere Pausen
  • Verlagerung des Schwergewichts auf die Freizeit, Aufblühen am Wochenende
  • Höheres Gewicht materieller Bedingungen für die Arbeitszufriedenheit
  • verringerte Konfliktfähigkeit, übersteigerte Reaktionen
  • verringerte Belastbarkeit im Privatleben
  • Isolierung und Rückzug
    (z. B. Flucht in Computerspiele, überhöher Fernsehkonsum oder andere Mittel, um das Denken abzuschalten)
  • Ehe- und Familienprobleme

 

Intellektuelle Anzeichen (geistige Fähigkeiten)

  • Konzentrationsstörungen, Neigung zu Tagträumen
  • Unproduktivität
  • Gedächtnisschwäche
  • Ungenauigkeit
  • Desorganisation, Verlegen von Dingen
  • Unfähigkeit zu klaren Anweisungen
  • Gefühl der Überforderung - vor allem bei komplexen Aufgaben oder Veränderungen
  • mangelnde Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen oder sich mit Unbekannten auseinanderzusetzen
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen
  • Einbuße an Fantasie und Flexibilität
  • Verlust an Motivation
  • Initiativlosigkeit, Minimalismus, Dienst nach Vorschrift
  • Rigides Schwarz-Weiß-Denken
  • Widerstand gegen Veränderungen aller Art

 

Körperliche Anzeichen (psychosomatische Reaktionen)

  • Schwächung der immunreaktion; häufiger Erkältungen und Grippe
  • Schlaf- und Durchschlafstörungen, Albträume
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Schwäche und Energiemangel
  • Abnahme der Reaktionsschnelligkeit - erhöhte Unfallgefährdung
  • Sexuelle Probleme
  • Gerötetes Gesicht
  • Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Beschleunigter Puls
  • Erhöhter Blutdruck
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nervöse Tics
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Gewichtsveränderungen
  • Veränderte Essgewohnheiten; erhöhter Cholesterinspiegel
  • vermehrter Griff zu Aufputschmitteln, Hilfs- oder Verdrängungsmitteln (z. B. erhöhter oder exzessiver Konsum von Alkohol, Kaffee, Tabak, Medikamenten und/oder anderen Drogen)

 

Quellen:

Frank H. Berndt "30 Minuten Burn-out", S. 23 - 26

Matthias Burisch: "Das Burnout-Syndrom", S. 26 - 29

Beide Bücher finden Sie auch in meinen Literaturempfehlungen.