Ursachen und Auslöser von Mobbing

Zwischenmenschliche Ursachen

Anders

Eine „einfache“ Form der Diskriminierung kann der Ausgangspunkt für Mobbing sein und zu einer unbewussten Abgrenzung zu den Kollegen führen. Es kann aber auch klassische zwischenmenschliche Motive als Auslöser haben, die den Betroffenen weder bewusst noch von diesen beabsichtigt waren. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an Mobbing-Motiven und Diskriminierungsmerkmalen:

  • Es wurde unerwünschter Kritik geäußert.
  • Man wird als Konkurrenz empfunden.
  • Neid
  • Es gibt Spannungen mit dem Vorgesetzten
  • Zu starke Leistungsfähigkeit: man arbeitet mehr als der Durchschnitt der Kollegen
  • Sündenbock: Betroffene werden als stellvertretend für die Fehler anderer verantwortlich gemacht
  • Arbeitsstil
  • Mobber will/wollte den Arbeitsbereich (Machtansprüche)
  • angeblich unzureichende Leistung
  • neu in der Gruppe
  • persönlicher Lebensstil, Hobbies
  • Persönliches Auftreten
  • Politische Ansichten
  • wegen des Geschlechts
  • Aussehen (Kleidungsstil, Hautfarbe)
  • Nationalität (Herkunft)
  • Sexuelle Orientierung
  • Sonstige Motive

 

Die hier genannten Motive und Anlässe wurden auch im „Mobbing-Report“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin genannt. Es gibt sogar den Fall, dass die Betroffenen die tatsächlichen Ursachen gar nicht kennen bzw. nie erfahren.

 

Ursachen in der Organisation

 

NetzwerkNeben zwischenmenschlichen Problemen kann Mobbing auch Ursachen in der Organisation (Unternehmen, Behörde, etc.) haben. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an möglichen Auslösern:

  • Konfliktpotential durch Unklarheiten in der Arbeitsorganisation / diffuse Zuständigkeiten
  • Chronischer Personalmangel, Stress, Überforderung
  • Starke Konkurrenz bei zu wenig Wertschätzung
  • Gefährliche Anreizsysteme (z. B. Akkordlohn für Arbeitsgruppen/Teams)
  • Defizite im Führungsstil/fehlende Gesprächsbereitschaft
  • Mangelnde Transparenz bei Entscheidungen
  • Unzureichendes Konfliktmanagement
  • Umstrukturierungsmaßnahmen
  • Stellenabbau
  • Mobbing als Rationalisierungsinstrument

 

Organisationen, die eine Phase der Reorganisation oder Neustrukturierung durchlaufen sind besonders für das Auftreten von Mobbing gefährdet, da in dieser Phase ein Großteil der genannten Punkte vorübergehend eintreten kann.
Mobbing kann als ein mögliches Anzeichen bzw. Ausfluss des Widerstandes gegen die Veränderungen auftreten und gedeutet werden und sollte - vielmehr muss sogar - aus dem Gesichtspunkt der Fürsorge des Arbeitgebers von den Führungskräften ernstgenommen werden.