Wie verläuft Burnout?

 

Burnout ist ein schleichender Prozess, der über höchsten Arbeitseifer und Einsatz zu einer totalen psychischen und physischen Erschöpfung führen kann.
Es gibt verschiedene Modelle, die den Verlauf von Burnout beschreiben. Nachstehend finden Sie die Beschreibung nach Freudenberger.


Die 12 Burnout-Stufen nach Herbert Freudenberger

Stufen

 

Herbert Freudenberger war amerikanischer Psychiater und hat in der Literatur erstmals das Burnout-Syndrom beschrieben und auch den Begriff „Burnout“ eingeführt hat. Nachstehend wird der Verlauf des Burnouts-Prozesses nach den zwölf Stufen von Herbert Freudenberger beschrieben; zitiert nach Herbert Freudenberger & Gail North (Freiburg, 1992)

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Stufe

Beschreibung

Stufe 1:
Der Zwang sich zu beweisen

  • Besondere Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit
  • Erhöhte Erwartungen an sich selbst
  • Übersehen eigener Grenzen und Zurückstellen eigener Bedürfnisse

Stufe 2:
Verstärkter Einsatz

  • Besondere Bereitschaft zur Übernahme von neuen Aufgaben
  • Freiwillige Mehrarbeit und unbezahlte Überstunden, auch an freien Tagen, am Wochenende und in der Urlaubszeit
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit

Stufe 3:
Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

  • Chronische Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Mehrkonsum von Kaffee, Aufputschmitteln bzw. Zigaretten
  • Gelegentliche Schlafstörungen

Stufe 4:
Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

  • Fehlleistungen wie z.B.: Vergessen von Terminen, Nichterledigen von versprochenen Aufgaben, Ungenauigkeit, Energiemangel, Schwächegefühl
  • Aufgabe von Hobbys

Stufe 5:
Umdeutung von Werten

  • Abstumpfung und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Meiden privater Kontakte, die als belastend empfunden werden
  • Probleme mit dem Partner/der Partnerin, mit Zeichen des Beziehungs-Burn-outs

Stufe 6:
Verstärkte Verleugnung aufgetretener Probleme

  • Gefühl mangelnder Anerkennung, Desillusionierung
  • Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen, Arbeitszeiteinstellung, die als innere Kündigung bezeichnet werden kann
  • Vermehrte Fehlzeiten, verspäteter Arbeitsbeginn, vorverlegter Arbeitsschluss

Stufe 7:
Rückzug

  • Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühle, innere Lehre
  • Ersatzbefriedigung durch Essen, Alkohol, Drogen, Spielen, Sexualität
  • Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, Ungenauigkeit, Desorganisation, Entscheidungsunfähigkeit
  • Psychosomatische Reaktionen, Gewichtsveränderungen, Herzklopfen, Bluthochdruck

 

Stufe 8:
Deutliche Verhaltensänderung

  • Eigenbrötelei, Selbstmitleid, Einsamkeit, ärgerliche Reaktionen auf gut gemeinte Zuwendung
  • Verringerte Initiative – verringerte Produktivität: Dienst nach Vorschrift
  • Verflachung des sozialen Lebens: Gleichgültigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit und wenig persönliche Anteilnahme an anderen, Meidung beruflich-sozialer Kontakte

 

Stufe 9:
Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit

  • Entfremdung, Gefühl des Abgestorben-seins und innere Leere
  • automatenhaftes Funktionieren
  • Psychosomatische Reaktionen treten noch mehr in den Vordergrund

Stufe 10:
Innere Leere

  • Wechsel zwischen starken schmerzhaften Emotionen mit dem Gefühl des inneren Abgestorben-seins
  • Phobische Zustände, Panikattacken und Angst vor Menschen
  • Einsamkeit, negative Einstellung zum Leben
  • Fallweise exzessive sinnliche Befriedigung, z.B.: Kaufräusche, Fressattacken, exzessiver Sex ohne wirkliche Befriedigung

Stufe 11:
Depression und Erschöpfung

  • Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit
  • Erschöpfung, starker Wunsch nach Dauerschlaf
  • Existenzielle Verzweiflung, Selbstmordgedanken und -absichten

Stufe 12:
Völlige Burnout-Erschöpfung

  • Lebensgefährliche geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung
  • Angegriffenes Immunsystem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen
  • Suizidalität, Selbstmordgefahr

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